Start Rudern
19 | 08 | 2017
Rudern im Schatten der Zeppeline

Dreitägige Erlebnisrudertour auf dem Bodensee

Der Bodensee, auch das Schwäbisches Meer genannt, ist ein Wassersportrevier par excellence. Natürlich dürfen da die Ruderer zwischen den unzähligen Segelyachten, Motorbooten und sonstigen Gefährten nicht fehlen. Fahrtenleiterin Isolde Orschulko vom Rastatter Ruder-Club wollte auch einmal nach vielen Jahren auf anderen Gewässern das Revier zwischen Schwarzwald und Alpen kennenlernen.

Sie nahm mit dem Überlinger Ruderclub Bodan Kontakt auf, erhielt einen auf längere Zeit anvisierten  Termin und scharte weitere neun Rastatter Ruderer um sich. So wie im Vorfeld die Überlinger sehr kontaktfreudig waren, sollte sich auch der Aufenthalt entwickeln. Man erhielt Fahrtenvorschläge, die dann mit Begleitern des ÜRC Bodan auch realisiert wurden. Dabei sollten die Ruderinnen und Ruderer mit ihrem Revier an einem Nebenarm des Rheins feststellen, dass Bodenseerudern etwas Gewöhnungsbedürftiges ist und seine eigenen Regeln hat. Doch die landschaftlichen Schönheiten wogen vieles wieder auf.

Als eine kluge Entscheidung bei früher Anfahrt erwies sich eine Stadtführung durch das pulsierende aber auch nostalgische Überlingen mit so manchem sehenswerten Punkt. Hier hatte man auch zum ersten Mal optischen Kontakt mit den über dem Bodensee verkehrenden Zeppelinen. Das sollte auch die ganzen drei Tage so sein. Dabei der Höhepunkt, als ein Vierer bei strahlendem Sonnenschein, sich plötzlich sekundenlang im Schlagschatten der „Riesenzigarre“ befand.

Wanderruderwart Rolf Hospach hatte für seine Rastatter Gäste selbst private Termine zurückgestellt. Er war dabei, als bei stürmischer See eine Oberseerundfahrt angegangen wurde. Von den Steuerleuten wurde alles abgefordert, da vom ÜRC aus der See zu überqueren war, um in den Windschatten des Bodanrückens zu kommen. Eine Rastatter Ruderin hatte dabei Anzeichen von Seekrankheit. Doch dann verlief alles ruhiger: Man überquerte bei Marke 22 den Teufelstisch, erlebte im Bereich der Marienschlucht überraschende Hochrhein-ähnliche Bewaldung am Ufer und kam über Bodan in Sipplingen an. Nach der Abfahrt von dort, erlebten die Rastatter den Bodensee zu abendlicher Stunde von seiner besten Seite mit Wolkenmalereien am Himmel.

Zusammen mit Ruderkameraden aus Friedrichshafen und Überlingen unter der Regie von Ruderwartin Ulrike Gut machten sich die Rastatter dann auf eine 31-Kilometertour. Dieses führte vorbei an Postkartenmotiven: dem Kloster Birnau, den Pfahlbauten von Unteruhldingen und dem beeindruckenden Prospekt von Meersburg. Nach der Pause in Immenstadt hatte Renate Schlag eine besondere Variante parat. Sie steuerte den Achter durch die legendäre Dornier-Mole. Die beiden Vierer folgten. Die Premiere für auch viele Einheimische war durch den hohen Wasserstand des Bodensees begünstigt,

Nachdem es mit dem Linienbus wieder zurück nach Überlingen ging, sollte sich der Bodensee am letzten Tag bei der Rückfahrt von einer ganz anderen Seite zeigen. Es wurde schnell klar, warum die Überlingen sehr früh aufs Wasser gehen, denn ab zirka 11 Uhr wird der Spaßfaktor beim Rudern, gerade an Wochenenden, enorm getrübt. Linien-, Ausflugsschiffe, Fähren, rasende Motorboote und kreuzende Segelyachten zwingen zum öfteren Anhalten. Die Unruhe im Wasser fordert dann beim Ab- und Aufdrehen volle Konzentration.

Jedenfalls nach der Ankunft waren schnell die Einschränkungen auf dem Wasser durch die final gezeigte Gastfreundschaft der Überlinger vergessen. Die herrliche Kulisse beiderseits des Bodensees mit dem alles überragenden Säntis ist einfach beeindruckend. Übrigens ein weiter Faktor, der zur Zufriedenheit der Rastatter um Isolde Orschulko beitrug, war auch das Übernachten in der Martin-Buber-Jugendherberge, die sich von ihrer besten Seite zeigte.

Bild 1: Malerische Eindrücke, wie die Vorbeifahrt an Meersburg, gehörten zur Ruderfahrt der Rastatter Ruderer auf dem Bodensee.

Bild 2: Herrliche Abendstimmungen vor Sonnenuntergang hatte der Bodensee zu bieten.

Fotos: Wollenschneider